Madina

Ein solides Fundament für die Zukunft und gelebte Gastfreundschaft

Ein Empfang, der ans Herz geht

Als unsere Reisegruppe im Januar 2026 nach Madina zurückkehrte, wurden wir mit einer Herzlichkeit empfangen, die ihresgleichen sucht. Das ganze Dorf war auf den Beinen, um uns mit traditionellen Begrüßungstänzen willkommen zu heißen. Obwohl die Menschen hier nur wenig besitzen, wurden wir reich beschenkt: mit frischen Kokosnüssen, süßen Papayas und der traditionellen Kolanuss, die in Sierra Leone ein tiefes Symbol für Gastfreundschaft und Respekt ist. 

Unser Besuch hatte jedoch auch einen ernsten und emotionalen Hintergrund. Bereits bei unserem Besuch im Vorjahr hatten die Dorfbewohner den innigen Wunsch geäußert, eine Schule für ihre Kinder zu bauen. Damals übergaben wir dem Dorfältesten rund 200 Dollar – eine gut gemeinte Geste, aber bei weitem nicht genug für ein solches Vorhaben. Mit diesen wenigen Mitteln versuchte das Dorf 2025 voller Tatendrang, die Schule zu errichten. Doch beim Bau fehlte es an entscheidender Struktur: Es gab kein richtiges Stahlbetongerüst, keine tragenden Säulen und Träger. 

Zu unserem großen Entsetzen mussten wir bei unserer Rückkehr im Januar 2026 feststellen, dass das Gebäude den starken Regenfällen der Regenzeit nicht standgehalten hatte und komplett in sich zusammengebrochen war. Die Dorfgemeinschaft bat uns daraufhin um weitere finanzielle Unterstützung für einen erneuten Versuch. Sie fragten nach gerade einmal 15.000 sierraleonischen Leones – umgerechnet etwa 550 Euro. Doch dieses Mal hatten wir Architekten und Bauingenieure in unserer Reisegruppe. Ihre professionelle Einschätzung war eindeutig: Mit dieser geringen Summe würde sich das Unglück bei der nächsten Regenzeit unweigerlich wiederholen. Um das Projekt wirklich auf ein solides Fundament zu stellen, trafen wir als Verein eine weitreichende Entscheidung. Wir werden tiefer in die Tasche greifen, um eine Schule zu bauen, die absolut nachhaltig konstruiert ist.
Das neue Gebäude wird mit einem professionellen Stahlbetongerüst versehen. Das bedeutet: Selbst im schlimmsten Fall, falls die selbstgemachten Lehmblöcke der Wände bei extremen Unwettern wegbrechen sollten, bleibt die tragende Struktur der Schule unerschütterlich stehen und kann einfach wieder aufgebaut werden. Es ist eine Investition in echte Langlebigkeit. 

 
Das Projekt: Phase 1

Unser Ziel für Madina ist der Bau einer vollwertigen Grundschule: 7 Räume in Phase 1: Sechs Klassenzimmer (für die 1. bis 6. Klasse) sowie ein Lehrerzimmer. Darauf konzentrieren wir uns aktuell. 
Zukunftsblick: In weiteren Phasen sind ein eigener Brunnen für sauberes Wasser, Sanitäranlagen und ein Spielhof für die Kinder fest eingeplant. 

Das Abenteuer Madina: Ein Paradies für Mitreisende


Eine Reise nach Madina ist nicht nur Arbeit, sondern ein tiefes Eintauchen in die atemberaubende Natur und Kultur Sierra Leones. Die Dorfbewohner nahmen uns mit auf eine unvergessliche Dschungelwanderung zu ihrer Ananasplantage, wo wir unsere eigenen, sonnengereiften Ananas pflücken durften. Wir durften frisch geerntete Kakaobohnen und Cashewfrüchte probieren und lernten die roten Palmölsamen kennen – die absolute Grundlage und das essenzielle Nahrungsmittel der sierraleonischen Küche.
 
Nach den schweißtreibenden Ausflügen in den Dschungel und der intensiven Projektarbeit gab es nichts Besseres, als sich gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft im nahegelegenen Fluss abzukühlen. Das gemeinsame Baden und Austoben im klaren Wasser war ein absoluter Traum und schweißte uns als Gruppe und mit den Menschen vor Ort noch enger zusammen.
 
Madina ist ein Ort voller Leben, an dem aus Fehlern der Vergangenheit eine sichere und nachhaltige Zukunft für die Kinder gebaut wird.