Bauprojekt „Learning Hub“ in Mafabaneh – Bildung als Brücke für Frieden und Fortschritt
Ein historisch verwurzelter Konflikt: Vor fast 70 bis 80 Jahren entbrannte zwischen den Dörfern Mafabaneh und Mabasia ein Streit um Ackerlandgrenzen. Da in Sierra Leone Landbesitz selten in offiziellen Registern dokumentiert wurde, führte diese Unklarheit oft zu Konflikten. Was in den späten 1940er Jahren als Meinungsverschiedenheit zwischen zwei Dorfbewohnern begann, eskalierte zu einem Generationenkonflikt. Über Jahrzehnte hinweg wurde die Angelegenheit immer wieder vor lokale Gerichte gebracht; Petitionen, Einsprüche und Berufungen wurden von beiden Seiten eingereicht. Die Verbitterung verhärtete sich zu tiefem Misstrauen, und die Familien beider Dörfer trugen den Groll weiter. Bis in die 1990er Jahre bestätigten die Gerichte Mafabaneh als rechtmäßigen Eigentümer des Landes. Rechtlich war die Sache geklärt – doch sozial blieben die Wunden offen. Jahrzehntelang vermieden die beiden Dörfer jeden engen Kontakt.
Der Wendepunkt: Eine Schule verbindet
Alles begann mit einer Entscheidung unserer Reisegruppe: Wir beschlossen gemeinsam, in Mafabaneh eine Schule zu bauen. Diese Neuigkeit machte in der Region schnell die Runde. Im benachbarten Magbashai (einer eng mit Mabasia verbundenen Gemeinde) wuchs zunächst die Sorge, ausgeschlossen zu werden. Würde sich die Geschichte der Spaltung wiederholen?
Doch anstatt das Misstrauen wachsen zu lassen, ergriff das Nachbardorf die Initiative, kam auf Mafabaneh zu und fragte offen, ob man sich an der Schule beteiligen und die Kinder dorthin schicken dürfe. Mafabaneh reagierte mit einer herzlichen Einladung.
Yoni Sesay, der das Projekt mit uns organisiert und dessen Familie den Streit selbst miterlebt hatte, führte persönlich eine Delegation an. Diese Geste des Respekts und der Offenheit markierte einen historischen Wendepunkt. In emotionalen Reden erklärten die Ältesten beider Dörfer, dass solche Konflikte sie nie wieder trennen dürfen. Sie verpflichteten sich zur Versöhnung und gaben das Versprechen ab, die Schule gemeinsam zu bauen.
Mehr als eine Schule: Das „Learning Hub“
Mit diesem Projekt verabschieden wir uns bewusst von dem Gedanken, „nur“ eine klassische Grund- und Sekundarschule zu errichten. Wir bauen ein Lernzentrum – ein „Learning Hub“.
Unser Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern nicht nur akademisches Wissen zu vermitteln, sondern ihnen handfeste praktische und theoretische Erfahrungen mit auf den Weg zu geben. Durch die Integration von beruflicher Ausbildung und Entrepreneurship (Unternehmertum) schaffen wir echte Perspektiven. Die jungen Menschen sollen hier die Fähigkeiten erlernen, die sie benötigen, um später einen Beruf auszuüben, eigene Ideen umzusetzen und reale, nachhaltige Chancen für ihr eigenes Leben zu kreieren.
Warum dieses Projekt so wichtig ist
Dieses Learning Hub ist weit mehr als nur ein Gebäude.
Es steht für:
- Versöhnung nach Generationen des Konflikts: Die Heilung von Wunden, die Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden sind.
- Empowerment durch Bildung: Die Schaffung von echten Zukunftschancen und Lernangeboten bis zur Oberstufe (SS3) für Kinder aus allen umliegenden Gemeinden.
- Gelebte Nachhaltigkeit: Der Bau erfolgt mit umweltfreundlichen Lehmziegeln, beschattet von neu gepflanzten Bäumen und fest verwurzelt in ökologischer Verantwortung.
Phase 1: Das Fundament
In der ersten Bauphase errichten wir die essenzielle Infrastruktur für das Lernzentrum:
- Sechs Standard-Klassenzimmer
- Zwei Büroräume und ein Lehrerzimmer
- Sanitäranlagen für Personal sowie Schülerinnen und Schüler
- Ein Bohrloch für den Zugang zu sauberem Trinkwasser
- Einen Fußballplatz und Spielbereich
- Eine gemeinsame Zukunft Mit deiner Unterstützung verwandeln Mafabaneh und Magbashai eine Geschichte der Spaltung in eine Zukunft der Zusammenarbeit. Dieses Learning Hub wird als Symbol für Frieden, Nachhaltigkeit und Hoffnung stehen – eine Investition in Bildung, die Generationen und Kulturen verbindet.
Werde Teil dieses Wandels. Hilf uns, nicht nur Wände, sondern echte Zukünfte zu bauen.